Der Ethik-Code in der Tierkommunikation

Der Ethik-Code ist ein elementar wichtiges Thema in der Tierkommunikation. Solltest Du mit anderen Tierkommunikatorinnen zusammenarbeiten, so möchte ich Dir ans Herz legen auf dessen Einhaltung zu achten. Denn nur dann kannst Du sicher sein mit einer Person zu arbeiten, die sich ihrer vollen Verantwortung bei ihrer Arbeit bewusst ist. 

 

Aber von vorne - was besagt der Ethik-Code?

Der Ethik-Code besagt, dass man als Tierkommunikator*in ausschließlich nur dann mit einem Tier Kontakt aufnimmt, wenn man einen Auftrag dafür vom dazugehörigen Menschen hat.

 

Das soll heißen: Wir laufen nicht durch die Welt und "quatschen" mit allen Tieren, die uns so über den Weg laufen, einfach, weil wir es können. Das mag auf den ersten Blick komisch klingen - denn ist es nicht etwas Wunderschönes, diese Fähigkeit in die Welt zu tragen, sie zu üben und mit so vielen Tieren wie möglich zu sprechen? 

 

Die Antwortet lautet ganz klar: Nein. Und dafür gibt es verschiedene Gründe. Der erste - und in meinen Augen wichtigste - Grund ist, dass ein Gespräch, wie unter uns Menschen auch, immer in zwei Richtungen funktioniert, es ist keine Einbahnstraßen-Kommunikation. Das Tier äußert sich also in solch einem Kontakt ebenso. Nun stellen wir uns vor, ich kontaktiere eine Hündin, die neben mir im Park mit ihrem Besitzer auf einer Decke liegt. Und sie sagt zu mir: "Mir geht es gar nicht gut. Ich habe starke Schmerzen in meinem Kopf." 

Was soll ich mit dieser Information nun tun? Zum Besitzer gehen - der mich im besten Fall für verwirrt bis abgedreht hält, mich im schlimmsten Fall vielleicht sogar beschimpft? Oder der Hündin sagen "Das tut mir sehr Leid für Dich, aber helfen kann ich Dir nicht"?

 

Du siehst, man kommt in ein riesiges moralisches Dilemma, wenn man einem Hund erst einen Kanal zum Mitteilen öffnet, seine Bedürfnisse dann aber an niemanden weiterleiten kann. Ich habe mich selbst mal intensiv in die Situation eines solchen Tieres hineinversetzt und mein Gedanke war: "Dann hätte ich lieber gar nicht mit Dir gesprochen..." 

 

In Kürze bedeutet das, dass wir als Tierkommunikator*innen immer sicherstellen müssen, mit dem Menschen zu sprechen, der die Verantwortung für das Tier und die Möglichkeit zu Veränderungen hat. Muss danach noch eine andere Stelle involviert werden (wie z.B. bei Tierheimhunden, hier müsste die Leitung ihr Einverständnis geben), wird das Ganze immer komplizierter und riskanter, was die Umsetzung der Ergebnisse angeht. 

 

Für Dich und Dein Tiergespräch bedeutet das, dass Du diese verantwortliche Person sein musst, wenn Du ein Tiergespräch beauftragen möchtest. Wenn Du Dir unsicher bist, ob das in einem bestimmten Fall gegeben ist, sprich mich gerne an.  

Gibt es Ausnahmen?

Ja, Ausnahmen gibt es in der Tat. Diese sind jedoch sehr klar einzugrenzen:

 

Wildtiere

Wildtiere stellen ganz klar eine Ausnahme von oben genannter Vorgehensweise dar. Und zwar aus dem einfachen Grund: Sie gehören zu keinem Menschen. Sie sind also in der Gestaltung ihres Lebens frei (zumindest so frei, wie dies in unserer zivilisierten Welt noch möglich ist). Sie sind in ihrer Abhängigkeit folglich keinesfalls mit einem Haustier zu vergleichen. Aus diesem Grund kann mit Wildtieren jederzeit gesprochen werden. Auch zum Üben der eigenen telepathischen Fähigkeiten eignen sich Wildtiere daher ganz besonders - außerdem laden sie uns ein auf uns zu vertrauen, denn mangels menschlichem Feedback zu einem Gespräch bleibt uns gar nichts anderes übrig als es zu glauben... 

 

Wichtig: Ein Weidetier ist kein Wildtier! Nur weil Kühe (wenn sie Glück haben) auf der Weide stehen, gehören sie dennoch zu einem Menschen, der die wichtigsten und grundlegendsten Entscheidungen für sie trifft. An dieser Stelle ist ein ungefragtes Tiergespräch daher ebenso unangebracht wie mit dem Nachbarshund. 

 

verstorbene tiere

Die zweite Ausnahme bezieht sich auf Tiere, die ihren Körper bereits verlassen haben. Die oben genannten Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten existieren damit nicht mehr. Es ist daher durchaus möglich mit einem verstorbenen Tier in Kontakt zu treten, obwohl dieses zu Lebzeiten nicht direkt zu einem gehört hat (z.B. mit dem verstorbenen Hund der Tante, mit dem man aufgewachsen ist). Natürlich können auch an dieser Stelle Botschaften an den damaligen Halter auftauchen, allerdings lässt sich dies hier leichter klären und ist nicht mehr mit einer Konsequenz für das Tier in seinem Alltag verbunden. Generell treten alltägliche Aspekte bei diesen Gesprächen eher in den Hintergrund, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tier noch ein Detail mit seinem damaligen Halter zu klären hat, eher gering ist (im Umkehrschluss ist genau das natürlich häufig der Grund, warum ein Mensch noch mal mit seinem verstorbenen Tier in Kontakt treten möchte, und in dieser Konstellation ist das selbstverständlich völlig in Ordnung).

Wenn Du weitere Fragen zum Thema Ethik in der Tierkommunikation hast, melde Dich gerne.

Mehr Details dazu, wie genau ein Tiergespräch abläuft und was ich dazu von Dir benötige, bekommst Du hier.